Qualitätsmanagement

Seit Mitte der 80er Jahre hat sich in Deutschland die DIN EN ISO 9000 als Norm zum Thema Qualitätsmanagement durchgesetzt. Für diese Entwicklung sind im wesentlichen folgende Gründe ursächlich:

Auch deutsche Unternehmen können sich zunehmend nicht mehr allein auf das Markenzeichen „Made in Germany“ verlassen. Das internationale Marktgeschehen verlangt von ihnen immer häufiger den Nachweis eines vorhandenen Qualitätsmanagementsystems.
Qualitätsmanagementsysteme und deren Zertifizierung spielen in der europäischen Gesetzgebung für die Konformitätsbewertung (CE) eine immer wichtigere Rolle.
Die Unternehmen sehen in Qualitätsmanagementmaßnahmen ein erfolgreiches Mittel zur Verbesserung der Qualität ihrer Produkte und Leistungen, zur strafferen und kostengünstigeren Ablauforganisation, zur Fehlervermeidung und damit zu geringeren Fehlerkosten, kurz zur Verbesserung der Position am Markt.

Die DIN EN ISO 9001 als relevante Norm zur Zertifizierung von Qualitätsmanagementsystemen ist inzwischen weltweit anerkannt. Die europäische Politik hat Qualitätsmanagementpraktiken und deren Zertifizierung zu Mitteln der europäischen Industriepolitik erklärt.

Ein Qualitätsmanagementsystem verlangt Vorgaben für qualitätsrelevante Tätigkeiten in allen Bereichen des Unternehmens. Insbesondere werden Regelungen bezüglich der Ablauforganisation und der Kommunikation im Unternehmen und zwischen dem Unternehmen und den Kunden, bzw. seinen Lieferanten gefordert.

Ziele hierbei sind:

  • Rechtssicherheit
  • Fehler-, Risikoprävention
  • Optimierung der Ablauforganisation
  • Informationsabgleich
  • Verbesserung der Produkt- und Leistungsqualität
  • Dokumentation der Geschäftsprozesse
  • Kontinuierliche Verbesserung


Arbeitsablauf und Informationsfluß der einzelnen Geschäftsprozesse werden mit der Einführung des Qualitätsmanagementsystems optimiert und in der Dokumentation festgelegt.

Dabei gehen die beschrittenen Wege teilweise über die Forderungen der ISO 9001 hinaus.
In der Automobilindustrie haben sich die TS 16949 als Ergänzung zur ISO 9001 durchgesetzt.
In verschiedenen Branchen werden konkrete rechtliche Vorgaben mit den Inhalten der ISO 9001 in Zusammenhang gesetzt. Erlassene Gesetze und Verordnungen verweisen auf die ISO 9000 als Möglichkeit zur Umsetzung meist produktbezogener Anforderungen (z.B. CE-Richtlinien, Lebensmittelhygieneverordnung, Entsorgungsfach-betriebeverordnung).

Verschiedene Länder vergeben Qualitätspreise, die meist auf den Anforderungen der EFQM basieren. Diese Anforderungen verstehen sich als Weiterentwicklung des Thema Qualitätsmanagement in Richtung TQM.

In den letzten Jahren setzt sich in der Praxis ein Trend zu prozeßbezogenen Managementsystemen fort. Auf diese Weise kann die Dokumentation zum Qualitätsmanagementsystem wesentlicher weniger umfangreich ausfallen.